Akkinson® Faszienberater

Auszug aus der Akkinson® Faszienlehre


Überblick

Kapitel II. Reiki in der Faszientherapie und Mechanorezeptoren



Kapitel I. Allgemeine Einführung Faszien

Faszien Abstraktv

Faszienarten und Lagebestimmung:

  1. fascia superficialis: oberflächige Körperfaszie.
  2. fascia profund: tiefliegende Muskelfaszien (myofascia).
  3. fascia viszeral: Organfaszien

Faszien sind alle faserigen Bindegewebsstrukturen im Körper. Dazu zählen: Bänder (Verbindung von Knochen zu Knochen um ein Gelenk zu halten), Sehnen (Verbindung von Muskel zu Knochen), Muskelbindegewebe (myofascia), Gelenkkapseln, Organfaszien (fascia viszeral). Die oberflächige Körperfaszie,   fascia superficialisbefindet sich unterhalb der Subkutis (Unterhaut) und ist mit der Dermis (Lederhaut) über Bindegewebssträngen, Faszienstränge, verbunden.

 --------------------

Legende: (lat.) Myo = Muskel; (lat.) Gelose Erstarrung/Verhärtung; (lat.) Fascia = Faszie; Dermis = Lederhaut; Faszial = alle Bindegewebsartigen Collagenfasern = FaszienStrukturen; Fibrinogen = sind Bestandteile in der Gewebsflüssigkeit und eine Vorstufe zu Fibrin. Fibrin ist der Klebstoff bei Wundheilung und wandelt sich von Fibrinogen in Fibrin durch chemische Prozesse um; lat. subkutis = Unterhaut; lat. Dermis = Lederhaut;

 --------------------

Die Faszien können sich wunderbar neuen Bedingungen anpassen: Bei einer lokalen Belastung, etwa durch regelmäßigen Sport, organisiert sich das Netzwerk um und bildet an der belasteter Stelle vermehrt neue Faszien. Doch leider ist das komplexe Geflecht auch vielen Belastungen ausgesetzt. Beispiel: "Im Lendenbereich -große Rückenfaszie = lat. fascia thoracolumbalis-. Die Rückenfaszie besteht aus mehreren Faszienschichten und kann einige Millimeter dick werden. Sie kann unter anderem verfilzen, verkalken oder gar Risse bilden".

 

In manchen Körperregionen werden sogenannten Sehnenplatten -lat. Aponeurose- gebildet. Die Schulterblättern zählen zu den Sehnenplatten und sind keine Knochen.

 

Da das Fasziengewebe selber nicht durchblutet wird, sorgen ausschließlich Bewegungen dafür, das die Gewebsflüssigkeit im ganzen Körper in Bewegung bleibt. Über Kapillaren (kleinste Blutgefäße) tritt das Blutplasma als Gewebsflüssigkeit ins Gewebe über und transportiert Nährstoffe und Sauerstoff zu den Körperzellen. Beim zurückfließen transportiert die Gewebsflüssigkeit Schlackstoffe (Abfallprodukte) etc. über das Lymphsystem und Blutbahnen aus dem Körper. Fehlen Muskelbewegungen (körperliche Aktivitäten) wird die Verteilung und der Abtransport der Gewebsflüssigkeit gestört. Den selbe Effekt wird durch zu geringem Flüssigkeitsaustausch, ausreichend Wasser trinken, ebenfalls gestört. Das anhäufen von Schlackstoffen, körpergefährlichen Stoffen wie Viren und Bakterien im Gewebe, gefährtet auf Dauer gesehen, die Gesundheit. pH-Werte die lange im saueren Bereich unter < 7,0 pH liegen, können für betroffene Person schlimme folgen haben, die man auf den ersten Blick garnicht wahrnimmt. So können schlechte pH-Werte, die lange vorliegen, mitunter Gelenkserkrankungen fördern. Was viele nicht wissen ist, dass der Körper Säure ins Gewebe, Knochen und Gelenke auslagert. Das verursacht, auf langer Sicht gesehen, schäden an den betroffenen Zellen. Ein- oder ausgelagerte Säure kann man durch trinken alleine nicht herausspülen. Ein basisches Leben ist der Garant für gesunde Prozesse im Organismus. Säure vernichtet alles und macht sauer (z.B. reizbar, aggressiv, depressiv und verursacht Erkrankungen).

 

Im Gewebe befinden sich weitere eigene Körpersubstanzien z.B. Fibrinogen, das für Wundheilung benötigt wird. Bewegungsmangel und lang anhaltende Haltung wie es z.B vor dem PC oder TV vorkommt, bewirken Störungen im Austausch von Flüssigkeit im Gewebe, und Fibrinogen sammelt sich an. Der Körper geht davon aus, dass dort wo sich Fibrinogen ansammelt eine Wunde sein muss. Ein biochemische Prozesse wandelt dann Fibrinogen in Fibrin um. Fibrin ist der Klebstoff für die Wundheilung und verklebt nun die faszialen Strukturen, statt eine Wunde!

 

Faszien speichen viel Flüssigkeit. Die Speicherkapazität und Flüssigkeitsanteil im Fasziengewebe nimmt im zunehmenden Alter ab. Dadurch werden die Bindegewebsfasern immer fester und unflexibler. Ein ähnlicher Effekt tritt bei Flüssigkeitsmangel auf!


Gelenkschmerzen, Rückenprobleme und eine Verschlechterung der allgemeinen Beweglichkeit können die Folge von verklebten, verfilzten und verhärteten Faszien sein. Besonders Schmerzen, deren Ursachen auch nach eingehender Untersuchung nicht auszumachen sind, lassen sich oftmals auf Faszienproblematiken zurückführen. Freie Nervenendigungen werden nicht mehr ausreichend durch die Faszien geschützt und können leicht gequetscht werden. Das enge Zusammenspiel der Faszien-Rezeptoren, Sensorik des Körpers, signalisiert dem vegetativen Nervensystem irritierende Informationen, das etwas nicht in Ordnung ist, ohne das Verletzungen oder Entzündungen erkennbar sind. Da die Faszien aber ein engmaschiges Netzwerk bilden, können sich lokale Faszienereignisse auf den gesamten Organismus negativ auswirken.

 

Aus der wissenschaftlichen Faszienforschung ist bekannt, das die oberflächige Körperfaszie (fascia superficialis), die den ganzen Körper umgibt, ausgenommen Gelenkbereiche und Wirbelsäule, sehr sensibel auf Stressbotenstoffen reagiert und sich zusammen zieht. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, können die betroffenen Faszienstrukturen regelrecht verhärten und unter anderem Fasziengelose bilden.

 

Faszien können sich durch gezielte Behandlungen sehr gut regenerieren.

Behandelt man die oberflächige Körperfaszie (fascia superficialis) mit der Akkinson® Faszienmassage, werden die Fibroblasten angeregt neue Kollagenfasern, Faszien, zu produzieren, und älteres Gewebe wird ersetzt. Das behandelte Fasziengewebe regeneriert sich wieder.

 

Wissenswertes

Narbenbehandlung: Durch gezielte Massageeinwirkung auf eine frisch verheilte Narbe, kann eine Narbe nahezu verschwinden. Bei älteren Narben kann mit der Akkinson® Vario Massagetechnik die Geschmeidigkeit der Narbe verbessert werden, und somit einer Narbenverhärtung bzw. Narbenverwucherung vorgebeugt oder aufgelöst werden.

 

80% der freien Nervenendigungen -insterstitielle Geweberezeptoren- im Fasziengewebe sind deckungsgleich mit Akupunktur-Punkten!

 

Faszien können Nervenkanäle und die darin befindlichen Nerven einengen und einklemmen. Oftmals beim Tennisarm, Ellenbogen, der Fall! 

 

Bereits ab dem 25. Lebensjahr produziert unser Körper weniger Hyaluronsäure. Die Hyaluronsäure verändert ihre Viskosität bei zunehmenden Alter. Muskelfasern gleiten schlechter, das wiederum verursacht körperliche Steifigkeiten.  Aber nicht nur die natürlichen Alterungsprozesse, sondern auch Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress und falsche Ernährung, können dem Körper schwer zu schaffen machen. Regelmäßige Bewegungen, Sport, Dehnübungen, ausgewogene Ernährung oder Akkinson® Faszienmassagen können die Faszienfunktionen verbessern.

 

Unsere eigenen Beobachtungen haben aufgezeigt das Fasziengewebe auf unterschiedliche Medikamente negativ reagiert und das Fasziensystem beeinflusst und unflexibel werden lässt.


Kapitel II. Reiki in der Faszientherapie und Mechanorezeptoren

Die Relevanz der Mechanorezeptoren und ihren Einfluss auf die Faszien und dem ZNS, wurde jahrhundertlang von der Medizin unterschätzt. Heute stehen die Mechanorezeptoren im Mittelpunkt von Faszienbehandlungen.

 

Die gezielte, punktuell, Einflussnahme mit Reiki auf fasziale Mechanorezeptoren (Sensorik des Körpers) Ruffini-Körperchen -Dehnungsrezeptor- , Vater-Pacini-Körperchen -Vibrationsrezeptor-, Golgi-Sehnen-Organ - Tiefensensibler Rezeptor- und freie Nervenendigungen, -insterstitielle Geweberezeptoren-, hat sich in der Re&Ki Faszientherapie nach Akkinson® besonders gut bewährt. Bei den Golgi-Sehnen-Organe Rezeptoren konnten beeindruckende Ergebnisse erzielt werden. Die nachhaltige Wirkungweise der Behandlungtechnik ist vielversprechend.

 

Freie Nervenendigungen -insterstitielle Geweberezeptoren- darunter zählen: Chemo-, Thermorezeptoren und Nozizeptoren. Sie adoptieren mechanische und thermische Reize. Nozizeptoren sind für Schmerzempfindungen zuständig.

 

Von Anfang:

Was Faszienbehandlungen so Interessant macht, sind eine Vielzahl von Rezeptoren (Körper-Sensorik) und ihre indirekte als auch direkte Einflussnahme auf das Fasziengewebe und dem vegetatives Nervensystem. Dr. Robert Schleip macht uns allen erst bewußt, dass das Fasziensystem ein erweitertes Sinnesorgan für die eigene Körper- und Raumwahnehmung ist.

 

Über das Tensegrity-Modell konnte die ganzkörperliche Zusammenhänge von Faszienstrukturen als auch die Muskel-Faszien-Ketten, plastisch dargestellt werden. Eine Vielzahl von neuen Faszienerkenntnissen brachte Dr. Schleip in die Rolfing Methode mit ein. Die Rolfing Methode beinhaltet unter anderem die Einflussnahme auf die schon obern erwähnten Mechanorezeptoren. Die Reizschwellen der unterschiedlichsten Rezeptoren wurde von Dr. Schleip zusammengeführt. Dabei geht es im wesentlichen darum, wann bestimmte Rezeptoren auf mechanische Einwirkung von druck, dehnen oder strecken oder thermische Reize reagieren. Die Golgi-Sehnen-Organe Rezeptoren befinden sich mitunter an den Ansätzen von Sehnen, Muskeln und Gelenken. Will man die Golgi-Sehnen-Organe Rezeptoren beeinflussen, so dass sich das umliegende Gewebe entspannt, sind u.a. die Reitzschwellen und Einwirkzeiten zu berücksichtigen.

 

Durch die gezielte, punktuell, Einflussnahme mit Reiki auf Rezeptoren ist es uns gelungen eine punktuelle, effektive und gezielte Faszientherapie zu entwickeln. Die "Re&Ki Faszientherapie" war geboren.

Leitfaden: Wenn du nichts veränderst, verändert sich nichts.

KEINE Faszientherapie der Welt wird dauerhaft helfen können, wenn keine dauerhaften Veränderungen in den Alltagsroutinen erfolgen, die die gesundheitlichen Probleme auslösen.

 

Ein Heilversprechen ist nicht Gegenstand von Akkinson® Behandlungen und den hauseigenen Produkten. Die Behandlungen und Produkten ersetzen keinen Arztbesuch im Krankheitsfall.


Kapitel III. Gelose, Myofaszien & Co's

Legende: (lat.) Myo = Muskel; (lat.) Gelose = Erstarrung/Verhärtung; (lat.) Fascia = Faszie; Faszial = alle Bindegewebsartigen Collagenfasern = Fasziengewebe; Sarkomere = leiten indirekt die Kontraktion in den Muskelfasern ein; Myofasziale Ketten = ein Verbund aus Muskeln und Faszien die durch und über den ganzen menschlichen Körper ziehen; Fibrinogen = sind Bestandteile in der Gewebsflüssigkeit und eine Vorstufe zu Fibrin; Fibrin ist der Klebstoff bei Wundheilung und wandelt sich von Fibrinogen in Fibrin durch chemische Prozesse um; Elastin =  hat die Funktion von Formgebung, Halt und ist verantwortlich für die Dehnbarkeit von Gewebe;

 

Was sind Gelose?

 

Charaktere einer Gelose:

Gelose sind Verhärtungen/Erstarungen in den Muskelfasern (genannt: Myogelose) oder Faszien (genannt: Faciagelose). Gelose lösen sich unter einer Narkoseeinwirkung nicht auf.

 

Eine allgemeine Muskelverhärtung, Hartspann genannt, ist unter Narkoseeinwirkung nicht mehr tastbar.

 

Wissenswertes

  • Sehnen und Bändern gehören zu der Gruppe der Faszien, und sie können ebenfalls von Gelose betroffen sein!
  • Gelose verkürzen Fasern in der Gesamtlänge und können Fehlstellungen und Fehlbelastungen an Gelenken und Wirbelsäule verursachen.
  • Sehnen und Bänder bestehen aus festen Collagenfasern = Faszien.
  • Collagenfasern bestehen aus den Grundbausteine Collagen, Elastin und Wasser.
  • Das Strukturprotein Collagen ist für seine Reißfestigkeit bekannt. Es dient als Schutzhülle und als Speichermedium von Flüssigkeit zugleich.
  • Elastin ist für Elastizität vom Gewebe zuständig. Es hat eine Halbwertzeit von 74 Jahren, und kann vom Körper nicht neu produziert werden. Elastin gehört zur Gruppe der Strukturprotein.
  • MyoGelose können neurogene Entzündungen und das Myofasziale Schmerzsyndrom begünstigen.
  • Das Myofasziale Schmerzsyndrom ist von der Schmerzart mit der Fibromyalgie gleich zu stellen, jedoch sind beide Erkrankungsbilder differenziert zu sehen, obwohl beide Schmerzarten aus der Muskulatur stammen. Jedoch haben sie unterschiedlichste Ursachen. Die Schmerzsubstanz "P" steht unter Verdacht die Fibromyalgie zu fördern.

Myogelose

Bei einer Myogelose bleiben Muskelfasern in der Kontraktion hängen und verursachen eine Dauerkontraktion. Daran beteiligt sind die Sarkomere, bestehend aus Aktin, Myosin und das große Eiweißmölekühl Titin (Rückholfeder!).  Myogelose haben unterschiedlichste Ursachen. Man vermutet, dass sie schon von jungen Jahren an im Körper vorliegen könnten! Durch tägliche Haltungsfehler, Fehlbelastungen, Schonhaltungen, Überlastungen -z.B. Leistungs- oder Extremsportarten-, Bewegungsmangel, Übersäuerung -Lactate- und gestörte biosynthetische Prozesse, können Myogelose-Entstehungen gefördert oder gar ausgelöst werden. Myogelose haben eine Entwicklungszeitraum über Wochen, Monaten, Jahren oder gar Jahrzent. 

 

Fasziengelose: Die Fasziengelose findet man sowohl in der oberflächige Körperfaszie, losen Faszien und an Sehnen und Bändern. Sie sind als Knoten oder Huppel tastbar und haben unterschiedlicheste Ursachen. Zum Einem können Überlastung, Stressfaktoren, Übersäuerung, Alter, Fehlhaltungen bzw. -Stellungen, unausgewogene Ernährung und unzureichender Flüssigkeitsaustausch zu Fasciagelose führen.

 

Was jedoch beide Gelosearten, Muskel- als auch Fasziengelose, gemeinsam haben: "Sie verursachen Faserverkürzungen, die sich über Muskel-Faszien-Ketten, Myofasziale Ketten, über den ganzen Körper forttragen, und ein Lokalereignis zu einem Globalereignis machen, und Schon- bzw. Fehlhaltungen verursachen". Des Weiteren wirken beide Gelosearten negativ auf die Gelenk- und Wirbelsäule Gesundheit aus, und klemmen sowohl Nervenbahnen (Axonen) als auch frei Nervenendigungen und Mechanorezeptoren ein, die wiederum irreführende Informationen an das vegetative Nervensystem übermitteln, das dann wiederum an unbeteiligten Körperregionen Schmerzen senden (Fremdschmerz).

 

Man unterscheidet bei der Myogelose unter aktive und latente (inaktive) Zeitgenossen. Aktive Myogelosen lösen Schmerzen aus und man erkennt sie, wie auch Fasciagelose, durch Tastbefund an den knotenförmigen Verhärtungen in der oberflächigen- und Tiefenstrukturen des Körpers. Hält man sie für einige Sekunden gedrückt, kommt ein sogenannter Übertragungsschmerz zustande. Der Übertragungsschmerz strahlt entweder in unbeteiligten Körperregionen hinein oder aber es werden Schmerzen in ganz bestimmten Körperregionen aktiviert, die seit geraumer Zeit -Ihre- Plagegeistern sind. IN JEDEMFALL haben Sie dann eine aktive Gelose gefunden, die Behandlungswürdig ist. Wenn man nun versucht denselben Schmerz zu reproduzieren, der zuvor in eine Körperregion hineingestrahlt hat, Übertragungsschmerz, wird es einem nicht gelingen den Übertragungsschmerz rückwärts zu erzeugen.

 

Vorausgesetzt, es liegen dort keine weitere aktive Gelose vor, die Übertragungsschmerzen in anderen Körperregionen hineinprojizieren.

 

Latente (inaktive) Myogelose kann man, wie zuvor schon erwähnt, teilweise selbst unter der Oberfläche ertasten. Latente und aktive Myogelosen befinden sich nicht nur an der Oberfläche, sondern man findet sie auch in den tiefsten Strukturen des menschlichen Körpers, wo man nur schwerlich bis gar nicht hinkommt. Drückt oder manipuliert man latente Myogelose, entstehen keine Übertragungsschmerzen in anderen Körperregionen. Ein lokaler Druckschmerz kann die Antwort sein.


Das mysteriös an Myogelose ist: "Wann eine Myogelose "Aktive" und schmerzhaft wird lässt sich nicht vorhersagen. Solang die Myogelose "latent -inaktiv-" ist, fügt sie einem keinen Schmerz zu! Latente Gelose können von einem Moment zum anderen zu AKTIVE Gelose werden. Auslöser können u.a. eine Viruserkrankung sein, das Heben eines Koffers im Urlaub, das aufheben eines heruntergefallenen Taschentuches, das Kältebad bzw. abduschen nach Saunagängen sein, oder oder oder ... Wie man an den Aufzählungen leicht erkennen kann, können unzählige Anlässe in Betracht kommen, die eine Aktivierung von latenten Gelose herbeiführen. Eine Vorhersage wo oder wann es passiert, ist so gut wie unmöglich!

 

Was jedoch aktive oder latente Gelose auszeichnet, sind die verkürzende Wirkung auf Fasern, die wiederum Fehlstellungen in der Körperstatik, Bewegungsbeeinträchtigungen, Steifigkeit, falsche Wirbel- und Gelenkbelastungen nach sich ziehen. Dazu mehr unter dem Punkt "Sehnen", weiter unten.

 

Nervenfasern (Axone) übertragen die Schmerzempfindungen aus der Muskulatur in die Schmerzverarbeitungszentren im Rückenmark. Wobei zwei bis drei Segmenten eines Rückenmarks -Wirbelkörper- für eine bestimmte Region des Körpers zugeordnet werden. Die zuständigen Rezeptoren -Mechanorezeptoren- haben teilweise hohe Reizschwellen. D.h.: Der Schmerzimpuls wird erst ab einem bestimmten Reizwert vom Rückenmark an das vegetative Nervensystem übertragen. Erst dann werden die Schmerzen bewusst wahrgenommen. Bis zu der Wahrnehmung von Muskelproblematiken muss also viel passieren! Die entzündlichen Gelose können über einen sehr langen Zeitraum (Wochen, Monaten, Jahren oder Jahrzent) ihr Unwesen treiben, bevor man sie wahrnimmt, und die Auswirkungen zu spüren bekommt -Sehen Sie dazu "neurogene Entzündungen", weiter unten-.

 

Das Ganze hat System: Würde jeder kleinste Schmerzimpuls aus der Muskulatur, z.B. bei Anstrengungen, direkt an das vegetative Nervensystem weitergeleitet, wäre das vegetative Nervensystem sehr schnell überfordert! So schützt sich das System, indem es nur Schmerzimpulse weiterleitet, wenn der Muskel bzw. Muskelfasern kurz vor dem zerreißen steht, Muskelfaserriss.

 

Hyaluronsäure ist das Gleitmittel der Muskelfasern. Mit dem zunehmenden Alter produzieren die zuständigen Körperzellen immer weniger Hyaluronsäure und das binden von Flüssigkeit im Collagen Bindegewebe (Faszien) nimmt ab.  Dadurch verändert sich die Viskosität vom Gleitmittel und die Reibungswiderstände in den Muskelfasern und Faszien erhöhen sich, was wiederum zu Steifigkeiten bei Bewegungsabläufen führt. Ein zu hoher Milchsäurestand, Lactate, in der Muskulatur beeinflusst ebenso die Viskosität der Hyaluronsäure. Je nachdem wie schnell eine Sportlerin und Sportler die Lactate über die Stoffwechselprozesse abbauen kann, desto schneller ist die- oder derjenige wieder 100% FIT.

 

Sehnen und ihre Andockstellen an Knochen, Gelenken bzw. an der Knochenhaut -lat. Periost- werden oftmals in Mitleidenschaft gezogen, indem sie außerordentliche Zugkräfte ausgesetzt sind, die von Myo- und Fasciagelose ausgelöst werden. Die von Gelose betroffenen Muskelfasern verkürzen sich in der Gesamtlänge und ziehen entweder über die Sehnen oder festen Bindegewebsfasern an den Andockstelle Knochenhaut übermäßig, was zu entzündliche Prozesse an den Verbindungsstellen (Andockstellen -Periost-) und Fehlbelastungen und Fehlstellungen an Gelenken, Hüfte/Becken Bereich und Wirbelsäule führen kann. An Sehnen- und Muskelübergängen führen außergewöhnliche Zugkräfte ebenfalls zu Überlastungsprozesse. Als Nebenwirkung treten Schmerzen auf!

 

Oftmals verspürt man Schmerzen in Körperpartien, aber die Verursacher -Auslöser- sitzen Meilen weit entfernt! Daran sind sogenannte Übertragungsschmerzen schuld und machen jeder Behandlerin und Behandler das Leben schwer die tatsächlichen Verursacher ausfindig zu machen, um nicht nur das Symptom "Schmerz" zu behandeln, sondern die Verursacher -Myo- und Fasciagelose- anzugehen.

 

An dieser Misere beteiligt sind u.a. myofasziale Stränge, ein Verbund von Muskeln und Faszien, die über und durch den ganzen Körper ziehen. Ist ein Teil eines Stranges von Myo- und/oder Fasciagelose betroffen, wirkt sich das unter anderem auf die Körperstatik aus. Aber auch andere Faktoren tragen zum myofaszialen Schmerzsyndrom bei: z.B. Schmerzsubstanzen, Endzündungsbodenstoffe, Stressbodenstoffe, pH-Wert, etc. Dazu später mehr unter: neurogene Entzündungen.

 

Myogelose und Fasciagelose haben unterschiedliche Ursprünge und befinden sich nicht nur in den oberen Strukturen des menschlichen Körpers.

 

Myogelose findet an den kleinsten aller beteiligten Muskelsegmenten statt, nämlich in der Muskelfaser selber. Die sogenannten Sarkomere leitet indirekt die Kontraktion in der Muskelfaser ein, indem er den Nervenimpuls zur Kontraktion an das Aktin-Myosin Komplex weiterleitet und dort einen chemischen Prozess in Gang setzt. ATP, Energiequelle der Zelle, wird in ADP umwandelt und damit eine Muskelfaserkontraktion in Bewegungskraft umsetzt. Dabei bleiben die Sarkomere in der Muskelkontraktion mit der beteiligten Muskelfaser hängen und bewirkt darüber eine Dauerkontraktion in der betroffenen Muskelfaser, die dann zu Myogelose führen kann. Zu einem späteren Zeitpunkt, nach Ausbreitung entzündliche Prozesse in der Umgebung von Myogelose -siehe: neurogene Entzündungen-, entwickelt sich das myofasziale Schmerzsyndrom, mit schlimmen Folgen für den Betroffenen!

 

Entstehungshintergründe: Überlastung aber auch Unterforderung der Muskulatur, Viren- oder bakterielle Erkrankungen, Übersäuerung -Lactate-, Alter, Fehlhaltungen und -Stellungen, unausgewogene Ernährung und unzureichende Flüssigkeitszufuhr, um nur einige zu erwähnen.

 

Rezeptoren sind die Sensoren des Körpers.

Es gibt eine Vielzahl von Rezeptoren, Mechanorezeptoren, mit unterschiedlichsten Aufgaben und Reizschwellen. Sie sind in der ganzen Körperstruktur verteilt. Sie übermitteln Körpereigenwahrnehmungen (Propriozeption), z.B. die Position vom Körper im Raum. Viele dieser Rezeptoren befinden sich in den  Faszialen- und Muskelstrukturen des menschlichen Körpers, aber auch an Blutgefäßen. Man unterscheidet zwischen: Golgi Rezeptoren -Type 1b Pacini, Type II Ruffini & Interstitielle = freie Nervenendigungen, Nozi-, Chemo- und Thermorezeptoren und Neuronen von Typen III und IV.

 

Daher spricht man bei Faszien über ein weiteres "Sinnesorgan": Behandle deine Faszien und du behandelst dein vegetatives Nervensystem! So könnte man es am treffensten ausdrücken!

 

Neurogene Entzündungen werden unter anderem durch lang vorliegende Myogeloseproblematiken begünstigt. Daran beteiligt sind Schmerzsubstanzen(1) und Entzündungsbodenstoffe(2) -z.B. Substanz-P(1) (SP) & Zytokine(2)-. Schmerzfaserenden setzen Schmerzsubstanzen und Entzündungsbodenstoffe frei. Normalerweise haben Schmerzfasern die Aufgabe Schmerzsignale an die Schmerzverarbeitungszentren im Rückenmark zu senden. Nun werden sie selbst zu Tätern und vervielfältigen Schmerzen, indem sie neurobiochemische Prozesse im Organismus in Gang setzen, und Schmerzsubstanzen und Entzündungsbodenstoffe an den Schmerzfaserenden ausschütten und weitere gesunde Schmerzfasern in ihrer Umgebung sensibilisieren, periphere Sensibilisierung. An dieser Stelle beginnt der neurogene Entzündungsprozess. Liegen diese Probleme über einen längeren Zeitraum vor, werden inaktive Schmerzfasern (Reservisten) im Rückenmark aktiviert. Ein Zeitpunkt, ab wann sie aktiv werden, ist nicht vorher bestimmbar! Die bis dahin inaktive Schmerzfasern werden jetzt zu aktive Schmerzfasern und haben keine Zuordnung zu bestimmten Körperregion/Körperteilen. Das vegetative Nervensystem erhält Schmerzinformationen von Reservisten -Schmerzfasern-, weis aber nicht woher die Informationen stammen. Das vegetative Nervensystem muss jetzt reagieren und sendet Schmerzsignale in allen Körperregionen hinein (wir bezeichnen diese Schmerzen als: Phantomschmerzen). Bei zunehmender Ausbreitung verselbstständigen sich diese Prozesse und dehnen sich immer weiter aus. Man verspürt bei alltäglichen Bewegungsroutinen aber auch in Ruhephasen Schmerzen, den sogenannten Fremdschmerz, Allodynie genannt, aber was die Schmerzen verursacht, bleibt vorerst im Dunkeln. An dieser Stelle startet das myofasziales Schmerzsyndrom sein Siegeszug, wenn man es keinen Einhalt gebietet.