Akkinson® Faszienberater

Auszug aus der Akkinson® Faszienlehre


Kapitel I. Einführung -FaszienStrukturen and more-

Faszien Abstraktv

Faszien sind alle faserigen Bindegewebsstrukturen im Körper. Dazu zählen: Bänder (Verbindung von Knochen zu Knochen um ein Gelenk zu halten), Sehnen (Verbindung von Muskel zu Knochen), Muskelbindegewebe, Gelenkkapseln, Organkapseln und fascia viszeral = Organfaszien. Die oberflächige Körperfaszie,   fascia superficialisbefindet sich unterhalb der Subkutis (Unterhaut) und ist mit der Dermis (Lederhaut) über Bindegewebssträngen, Faszienstränge, verbunden.

 

Legende: (lat.) Myo = Muskel; (lat.) Gelosen Erstarrung/Verhärtung; (lat.) Fascia = Faszie; Dermis = Lederhaut; Faszial = alle Bindegewebsartigen Collagenfasern = FaszienStrukturen; Fibrinogen = sind Bestandteile in der Gewebsflüssigkeit und eine Vorstufe zu Fibrin. Fibrin ist der Klebstoff bei Wundheilung und wandelt sich von Fibrinogen in Fibrin durch chemische Prozesse um; lat. subkutis = Unterhaut; lat. Dermis = Lederhaut;

 

Die Faszien können sich wunderbar neuen Bedingungen anpassen: Bei einer lokalen Belastung, etwa durch regelmäßigen Sport, organisiert sich das Netzwerk um und bildet sich stärker aus. Doch leider ist das komplexe Geflecht auch vielen Belastungen ausgesetzt. In manchen Körperregionen werden Sehnenplatten -lat. Aponeurose- gebildet: z.B. Lendenbereich -große Rückenfaszie = lat. fascia thoracolumbalis-. Sie bestehen aus mehreren Faszienschichten und können einige Millimeter dick werden. Sie können unter anderem verfilzen, verkalken oder gar Risse bilden.

 

Da das Bindegewebe selber nicht durchblutet wird, sorgen ausschließlich Bewegungen dafür, das die Gewebsflüssigkeit in Bewegung bleibt. Über das Blutplasma, das aus den Kapillaren austritt, werden Nährstoffe und Sauerstoff in die Gewebsflüssigkeit zu den Körperzellen transportiert und Abfallprodukte über das Lymphsystem und Blutbahnen abgeleitet. Fehlen nun aber die Muskelbewegungen, so können Faszien verkleben. Dies geschieht vor allem dadurch, dass sich in der Gewebsflüssigkeit Fibrinogen anreichert und durch biochemische Prozesse in Fibrin umgewandelt wird. Fibrin ist JEDOCH der Klebstoff für die Wundheilung, und verklebt nur die faszialen Strukturen. Ist der Flüssigkeitsaustausch gestört, kann Fibrinogen ebenfalls Verklumpungen in Bindegewebsstrukturen verursachen, die dann verhärten.

 

Verklebung und Verhärtung von fasziale Strukturen lassen sich aber auch auf eine zu geringe Bindung von Wasser im Gewebe zurückführen. Der Flüssigkeitsanteil im Gewebe wird immer geringer und die festen Bindegewebsfasern immer fester und unflexibler, z.B. durch Alterungsprozesse.


Gelenkschmerzen, Rückenprobleme und eine Verschlechterung der allgemeinen Beweglichkeit können die Folge von verklebten und verhärteten Faszien sein. Besonders Schmerzen, deren Ursachen auch nach eingehender Untersuchung nicht auszumachen sind, lassen sich oft auf verklebte Faszien zurückführen. Nervenenden werden nicht mehr ausreichend durch die Faszien geschützt, sondern können leicht gequetscht werden. Das enge Zusammenspiel der Rezeptoren, Sensoren des Körpers, in den Faszienstrukturen signalisiert dann, das etwas im Körper nicht in Ordnung ist, ohne das Verletzungen oder Entzündungen erkennbar sind. Da die Faszien aber ein engmaschiges Netzwerk bilden, können sich lokale Verklebungen möglicherweise mit der Zeit negativ auf den gesamten Organismus auswirken.


Mit dem Alter nimmt der Flüssigkeitsanteil in faszialen Strukturen immer stärker ab. Das Bindegewebe wird unbeweglicher, weil sich das Verhältnis mehr und mehr zu den starren Fasern hin verschiebt. Bereits ab dem 25. Lebensjahr produziert unser Körper weniger Hyaluronsäure und verändert bei zunehmenden Alter
die Viskosität. Aber nicht nur der natürliche Alterungsprozess, sondern auch Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress und falsche Ernährung können den Faszien zu schaffen machen. Regelmäßige Bewegungen, Sport, Dehnübungen, ausgewogene Ernährung oder Akkinson® Faszienmassagen können die Faszienfunktionen verbessern und gleichzeitig viele Schmerzen in Gelenkbereiche, Muskelfaszien und Sehnen lindern.

 

Der Hammer ist: "80% der Rezeptoren, Sensoren des Körpers, sind deckungsgleich mit Akupunktur-Punkten".  Woher kannten die Entwickler der Akupunktur die Lagen von Fasziennervenendigungen? Oder besser gefragt: Woher kann Sie die Bedeutung für den menschlichen Körper!

 

Aus der wissenschaftlichen Faszienforschung ist bekannt, das Faszien sehr sensibel auf Stressbotenstoffen reagieren und ziehen sich zusammen. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, können Faszien regelrecht verhärten und Fasziengelose bilden. Davon betroffen ist oftmals die oberflächige Körperfaszie -fascia superficialis- die unseren ganzen Körper umgibt, ausgenommen Gelenkbereiche und Wirbelsäule.

 

Durch sanfte Massageeinwirkung, auf eine frisch verheilte Narbe, kann diese nahezu verschwinden. Bei älteren Narben können durch sanfte Massageeinwirkung und den Akkinson® Produkten geschmeidig gehalten werden, und somit einer Narbenverhärtung bzw. Narbenverwucherung vorgebeugt oder gemildert werden.

 

Unsere eigenen Beobachtungen zeigen auf: dass Faszienstrukturen auf unterschiedlichsten Medikamenten reagieren und das Fasziensystem regelrecht lahmlegen kann und unflexibel wird.


Kapitel II. Für Fortgeschrittene -Myofascia Gelose & Co's

Legende: (lat.) Myo = Muskel; (lat.) Gelose = Erstarrung/Verhärtung; (lat.) Fascia = Faszie; Faszial = alle Bindegewebsartigen Collagenfasern = FaszienStrukturen; Sarkomere = leiten indirekt die Kontraktion in den Muskelfasern ein; Myofasziale Stränge = ein Verbund aus Muskeln und Faszien die durch und über den ganzen menschlichen Körper ziehen; Fibrinogen = sind Bestandteile in der Gewebsflüssigkeit und eine Vorstufe zu Fibrin; Fibrin ist der Klebstoff bei Wundheilung und wandelt sich von Fibrinogen in Fibrin durch chemische Prozesse um; Elastin =  hat die Funktion von Formgebung, Halt und ist verantwortlich für die Dehnbarkeit von Gewebe;

 

Charaktere von Gelose:

Gelosen sind unter Narkoseeinwirkung noch immer tastbar. Im Gegensatz zu allgemeinen Muskelverhärtungen (Hartstrang), diese sind unter Narkoseeinwirkung nicht mehr tastbar. Aktive Myogelose verursachen Schmerzen, latente -inaktive- hingegen nicht. Jedoch verursachen beide Gelosearten Faserverkürzungen in den Gewebsstrukturen.

 

Myogelose haben unterschiedlichste Herkünfte. Man vermutet, dass sie schon von jungen Jahren an im Körper vorliegen könnten! Durch tägliche Haltungsfehler, Fehlbelastungen, Schonhaltungen, Überlastungen -z.B. Leistungs- oder Extremsportarten-, Bewegungsmangel und gestörte biosynthetische Prozesse können Myogelosen Entstehungen gefördert oder gar ausgelöst werden. Fascia Gelose entstehen: siehe Kapitel I.

  • MyoGelose können neurogene Entzündungen und das Myofasziale Schmerzsyndrom begünstigen.
  • Myo- und Fascia Gelose können überall im Körper entstehen, wo sich Faszien und Muskeln befinden.
  • MyoGelose verkürzen Muskelfasern in der Gesamtlänge und können darüber die Körperstatikprobleme, Fehlstellungen und Fehlbelastungen an Gelenken, begünstigen. Sehen Sie dazu Punkt "Sehnen" weiter unten.
  • Sehnen und Bänder bestehen aus festen Collagenfasern = Faszien.
  • Collagenfasern bestehen aus den Grundbausteine Collagen und Wasser. Das Strukturprotein Collagen ist für seine Reißfestigkeit bekannt und dient als Schutzhülle und als Speichermedium (Flüssigkeit) zugleich.
  • Elastin ist für Geschmeidigkeit und Dehnbarkeit von Gewebe zuständig und ist ebenfalls ein Strukturprotein.
  • Myo- und/oder FasciaGelose kann man in der oberen Struktur -superficialis-, als Knoten (Verhärtung) selbst ertasten. Sie befinden sich jedoch auch in den tiefsten Ebenen -profunda- des menschlichen Körpers.

Die Knoten an den Muskelfasern verursachen Verkürzungen in den Fasern. Bildliche gesprochen: Wenn man eine Schnur von 10 cm Länge nimmt und drei Knoten in die Schnurr macht, verkürzt sich die Gesamtlänge der Schnurr, z.B. auf 9,7 cm Länge. Dasselbe passiert an den Muskelfasern. Fehlstellungen in der Körperstatik, Bewegungsbeeinträchtigungen, Steifigkeit und falsche Wirbel- und Gelenkbelastungen sind die Folgen.

 

Man unterscheidet bei Myogelose unter aktive und latente (inaktive) Zeitgenossen. Aktive Gelosen lösen Schmerzen aus und man erkennt sie, wie auch Fasciagelose, durch Tastbefund an den knotenförmigen Verhärtungen in der Oberflächigen- und Tiefenstrukturen des Körpers. Hält man sie für einige Sekunden gedrückt, kommt ein sogenannter Übertragungsschmerz zustande. Der Übertragungsschmerz strahlt entweder in unbeteiligten Körperregionen hinein oder aber es werden Schmerzen in ganz bestimmten Körperregionen aktiviert, die seit geraumer Zeit -Ihre- Plagegeistern sind. IN JEDEMFALL haben Sie dann eine aktive Gelose gefunden, die Behandlungswürdig ist. Wenn man nun versucht denselben Schmerz zu reproduzieren, der zuvor in eine Körperregion hineingestrahlt hat, Übertragungsschmerz, wird es einem nicht gelingen den Übertragungsschmerz rückwärts zu erzeugen.

 

Vorausgesetzt, es liegen dort keine weitere aktive Gelose vor, die Übertragungsschmerzen in anderen Körperregionen hineinprojizieren.

 

Latente (inaktive) Gelose kann man, wie zuvor schon erwähnt, teilweise selbst unter der Oberfläche ertasten. Latente und aktive Gelosen befinden sich nicht nur an der Oberfläche, sondern man findet sie auch in den tiefsten Strukturen des menschlichen Körpers, wo man nur schwerlich bis gar nicht hinkommt. Drückt oder manipuliert man latente Gelose, entstehen keine Übertragungsschmerzen in anderen Körperregionen. Ein lokaler Druckschmerz kann die Antwort sein.


Latente Gelosen können von einem Moment zum anderen zu AKTIVE Gelose werden. Auslöser können u.a. eine Viruserkrankung sein, das Heben eines Koffers im Urlaub, das aufheben eines heruntergefallenen Taschentuches, das Kältebad bzw. abduschen nach Saunagängen sein, oder oder oder ... Wie man an den Aufzählungen leicht erkennen kann, können unzählige Anlässe in Betracht kommen, die eine Aktivierung von latenten Gelosen herbeiführen. Eine Vorhersage wo oder wann es passiert, ist so gut wie unmöglich!

 

Was jedoch aktive oder latente Gelose auszeichnet, sind die verkürzende Wirkung auf Muskelfasern, die wiederum Fehlstellungen in der Körperstatik, Bewegungsbeeinträchtigungen, Steifigkeit, falsche Wirbel- und Gelenkbelastungen nach sich ziehen. Dazu mehr unter dem Punkt "Sehnen", weiter unten.

 

Nervenfasern (Axone) übertragen die Schmerzempfindungen aus der Muskulatur in die Schmerzverarbeitungszentren im Rückenmark. Wobei zwei bis drei Segmenten eines Rückenmarks -Wirbelkörper- für eine bestimmte Region des Körpers zugeordnet werden. Die zuständigen Rezeptoren -Mechanorezeptoren- haben teilweise hohe Reizschwellen. D.h.: Der Schmerzimpuls wird erst ab einem bestimmten Reizwert vom Rückenmark an das vegetative Nervensystem übertragen. Erst dann werden die Schmerzen bewusst wahrgenommen. Bis zu der Wahrnehmung von Muskelproblematiken muss also viel passieren! Die entzündlichen Gelose können über einen sehr langen Zeitraum (Wochen, Monaten, Jahren oder Jahrzent) ihr Unwesen treiben, bevor man sie wahrnimmt, und die Auswirkungen zu spüren bekommt -Sehen Sie dazu "neurogene Entzündungen", weiter unten-.

 

Das Ganze hat System: Würde jeder kleinste Schmerzimpuls aus der Muskulatur, z.B. bei Anstrengungen, direkt an das vegetative Nervensystem weitergeleitet, wäre das vegetative Nervensystem sehr schnell überfordert! So schützt sich das System, indem es nur Schmerzimpulse weiterleitet, wenn der Muskel bzw. Muskelfasern kurz vor dem zerreißen steht, Muskelfaserriss.

 

Hyaluronsäure ist das Gleitmittel der Muskelfasern. Mit dem zunehmenden Alter produzieren die zuständigen Körperzellen immer weniger Hyaluronsäure und das binden von Flüssigkeit im Collagen Bindegewebe (Faszien) nimmt ab.  Dadurch verändert sich die Viskosität vom Gleitmittel und die Reibungswiderstände in den Muskelfasern und Faszien erhöhen sich, was wiederum zu Steifigkeiten bei Bewegungsabläufen führt. Ein zu hoher Milchsäurestand, Lactate, in der Muskulatur beeinflusst ebenso die Viskosität der Hyaluronsäure. Je nachdem wie schnell eine Sportlerin und Sportler die Lactate über die Stoffwechselprozesse abbauen kann, desto schneller ist die- oder derjenige wieder 100% FIT.

 

Sehnen und ihre Andockstellen an Knochen, Gelenken bzw. an der Knochenhaut -lat. Periost- werden oftmals in Mitleidenschaft gezogen, indem sie außerordentliche Zugkräfte ausgesetzt sind, die von Myo- & Fasciagelose ausgelöst werden. Die von Gelose betroffenen Muskelfasern verkürzen sich in der Gesamtlänge und ziehen entweder über die Sehnen oder festen Bindegewebsfasern an den Andockstelle Knochenhaut übermäßig, was zu entzündliche Prozesse an den Verbindungsstellen (Andockstellen -Periost-) und Fehlbelastungen und Fehlstellungen an Gelenken, Hüfte/Becken Bereich und Wirbelsäule führen kann. An Sehnen- und Muskelübergängen führen außergewöhnliche Zugkräfte ebenfalls zu Überlastungsprozesse. Als Nebenwirkung treten Schmerzen auf!

 

Oftmals verspürt man Schmerzen in Körperpartien, aber die Verursacher -Auslöser- sitzen Meilen weit entfernt! Daran sind sogenannte Übertragungsschmerzen schuld und machen jeder Behandlerin und Behandler das Leben schwer die tatsächlichen Verursacher ausfindig zu machen, um nicht nur das Symptom "Schmerz" zu behandeln, sondern die Verursacher -Myo- und Fasciagelose- anzugehen.

 

An dieser Misere beteiligt sind u.a. myofasziale Stränge, ein Verbund von Muskeln und Faszien, die über und durch den ganzen Körper ziehen. Ist ein Teil eines Stranges von Myo- und/oder Fasciagelose betroffen, wirkt sich das unter anderem auf die Körperstatik aus. Aber auch andere Faktoren tragen zum myofaszialen Schmerzsyndrom bei: z.B. Schmerzsubstanzen, Endzündungsbodenstoffe, Stressbodenstoffe, pH-Wert, etc. Dazu später mehr unter: neurogene Entzündungen.

 

Myogelose und Fasciagelose haben unterschiedliche Ursprünge und befinden sich nicht nur in den oberen Strukturen des menschlichen Körpers.

 

Myogelose findet an den kleinsten aller beteiligten Muskelsegmenten statt, nämlich in der Muskelfaser selber. Die sogenannten Sarkomere leitet indirekt die Kontraktion in der Muskelfaser ein, indem er den Nervenimpuls zur Kontraktion an das Aktin-Myosin Komplex weiterleitet und dort einen chemischen Prozess in Gang setzt. ATP, Energiequelle der Zelle, wird in ADP umwandelt und damit eine Muskelfaserkontraktion in Bewegungskraft umsetzt. Dabei bleiben die Sarkomere in der Muskelkontraktion mit der beteiligten Muskelfaser hängen und bewirkt darüber eine Dauerkontraktion in der betroffenen Muskelfaser, die dann zu Myogelose führen kann. Zu einem späteren Zeitpunkt, nach Ausbreitung entzündliche Prozesse in der Umgebung von Myogelose -siehe: neurogene Entzündungen-, entwickelt sich das myofasziale Schmerzsyndrom, mit schlimmen Folgen für den Betroffenen!

 

Entstehungshintergründe: Überlastung aber auch Unterforderung der Muskulatur, Viren- oder bakterielle Erkrankungen, Übersäuerung -Lactate-, Alter, Fehlhaltungen und -Stellungen, unausgewogene Ernährung und unzureichende Flüssigkeitszufuhr, um nur einige zu erwähnen.

 

Faszienarten und Lagebestimmung:

  1. fascia superficialis: oberflächige Körperfaszie.
  2. fascia profund: tiefliegende Muskelfaszien (myofascia).
  3. fascia viszeral: u.a. Organfaszien

Fasciagelose haben unterschiedliche Ursprünge. Durch fehlende Muskelaktivitäten stockt der Fluss der Gewebsflüssigkeit und verursacht eine hohe Ansammlung von Fibrinogen, in der Gewebsflüssigkeit. Fibrinogen ist eine Vorstufe zu Fibrin, die wiederum die Wundheilung einleiten. Eine hohe Ansammlung von Fibrinogen in der Gewebsflüssigkeit löst ab einem undefinierbaren Zeitpunkt chemische Prozesse aus und wandelt Fibrinogen in Fibrin um, die dann Verklebungen in Fasernstrukturen verursachen. Zum Anderen können auch Überlastung, Stressfaktoren, Übersäuerung -Lactate-, Alter, Fehlhaltungen bzw. -Stellungen, unausgewogene Ernährung und Flüssigkeitszufuhr zu Fasciagelose führen. Hierbei können Rezeptoren, Nervenfasern, in Mitleidenschaft gezogen werden. Bewegungsbeeintächtigungen und Schmerzen sind die Folgen daraus.

 

Rezeptoren sind die Sensoren des Körpers.

Es gibt eine Vielzahl von Rezeptoren, Mechanorezeptoren, mit unterschiedlichsten Aufgaben und Reizschwellen. Sie sind in der ganzen Körperstruktur verteilt. Sie übermitteln Körpereigenwahrnehmungen (Propriozeption), z.B. die Position vom Körper im Raum. Viele dieser Rezeptoren befinden sich in den  Faszialen- und Muskelstrukturen des menschlichen Körpers, aber auch an Blutgefäßen. Man unterscheidet zwischen: Golgi Rezeptoren -Type 1b Pacini, Type II Ruffini & Interstitielle = freie Nervenendigungen, Nozi-, Chemo- und Thermorezeptoren und Neuronen von Typen III und IV.

 

Daher spricht man bei Faszien über ein weiteres "Sinnesorgan": Behandle deine Faszien und du behandelst dein vegetatives Nervensystem! So könnte man es am treffensten ausdrücken!

 

Neurogene Entzündungen werden unter anderem durch lang vorliegende Myogeloseproblematiken begünstigt. Daran beteiligt sind Schmerzsubstanzen(1) und Entzündungsbodenstoffe(2) -z.B. Substanz-P(1) (SP) & Zytokine(2)-. Schmerzfaserenden setzen Schmerzsubstanzen und Entzündungsbodenstoffe frei. Normalerweise haben Schmerzfasern die Aufgabe Schmerzsignale an die Schmerzverarbeitungszentren im Rückenmark zu senden. Nun werden sie selbst zu Tätern und vervielfältigen Schmerzen, indem sie neurobiochemische Prozesse im Organismus in Gang setzen, und Schmerzsubstanzen und Entzündungsbodenstoffe an den Schmerzfaserenden ausschütten und weitere gesunde Schmerzfasern in ihrer Umgebung sensibilisieren, periphere Sensibilisierung. An dieser Stelle beginnt der neurogene Entzündungsprozess. Liegen diese Probleme über einen längeren Zeitraum vor, werden inaktive Schmerzfasern (Reservisten) im Rückenmark aktiviert. Ein Zeitpunkt, ab wann sie aktiv werden, ist nicht vorher bestimmbar! Die bis dahin inaktive Schmerzfasern werden jetzt zu aktive Schmerzfasern und haben keine Zuordnung zu bestimmten Körperregion/Körperteilen. Das vegetative Nervensystem erhält Schmerzinformationen von Reservisten -Schmerzfasern-, weis aber nicht woher die Informationen stammen. Das vegetative Nervensystem muss jetzt reagieren und sendet Schmerzsignale in allen Körperregionen hinein (wir bezeichnen diese Schmerzen als: Phantomschmerzen). Bei zunehmender Ausbreitung verselbstständigen sich diese Prozesse und dehnen sich immer weiter aus. Man verspürt bei alltäglichen Bewegungsroutinen aber auch in Ruhephasen Schmerzen, den sogenannten Fremdschmerz, Allodynie genannt, aber was die Schmerzen verursacht, bleibt vorerst im Dunkeln. An dieser Stelle startet das myofasziales Schmerzsyndrom sein Siegeszug, wenn man es keinen Einhalt gebietet.

Leitfaden: KEINE Faszientherapie der Welt wird dauerhaft helfen können, wenn keine dauerhaften Veränderungen in den Alltagsroutinen erfolgen, die die gesundheitlichen Probleme auslösen.