Fibrin und Crosslinks-Verklebungen, Verfilzungen und Myofibroblasten

Ein gesundes Fasziensystem ist für ein intaktes Immunsystem von großer Relevanz.

Oberflächige Körperfaszie
Fascia superficialis

Fibrin-Verklebungen

  • Fibrinogen ist eine Vorstufe zu Fibrin (Gerinnungsfaktor). Eine lokale Ansammlung von Fibrinogen im Gewebe kann durch eine Verletzung (Wunde) oder durch fehlende Kontraktions- und Dehnungsreize (Bewegungsmangel, Haltungsfehler) verursacht werden. Durch eine lokale Ansammlung von Fibrinogen im Gewebe wird im Körper eine biochemische Reaktion in Gang gesetzt und wandelt Fibrinogen in Fibrin um.

    Liegt eine Wunde vor, verklebt Fibrin die Wunde und schützt den Organismus vor Eindringlinge z.B. Keime, Viren, Parasiten und Bakterien.

    Wurde eine lokale Fibrinogen-Ansammlung im Gewebe durch fehlende Kontraktions- und Dehnungsreize (z.B. Fehlhaltung, Schonhaltung, Bewegungsmangel) verursacht, und der biochemische Umwandlungsprozess vom Organismus gestartet, wandelt sich das Fibrinogen in Fibrin um und verklebt lokal das Gewebe, obwohl keine Wunde vorliegt! Die Verklebungen / Verspannungen beginnen.
    Gegenmaßnahmen:
    Viele Dehnungs- und Kontraktionsreize, Muskelaktivitäten!
    Oder, eine effektive Faszien-Massagetechnik.

 

Crosslinks (Wasserstoffbrücken / Querverbindungen)

Man unterscheidet bei Crosslinks-Verklebungen zwischen wasserlösliche und wasserunlösliche.

  • Wasserlösliche Crosslinks findet man sowohl in faszialen Gewebe als auch in der Muskulatur vor. Sie bestehen überwiegend aus einfachen Wasserstoffverbindungen und sind schlichtweg auf einen schlechten Stoffwechsel im Gewebe zurückzuführen (Bewegungsdefizite).

  • Die Steigerungsform von wasserlöslichen (einfachen) Crosslinks sind wasserunlösliche. Sie entstehen, wenn wasserlösliche Crosslinks (Verklebungen) über einen längeren Zeitraum fortbestehen und vom Organismus nicht abgebaut wurden. Diese Art von Crosslinks findet man u.a. bei Fasziengelose vor, aber auch bei aktive oder latente Myogelose. Bei der Entstehung von lokalen Myo-Crosslinks (Myo = Muskel) kommt es in der extrazellulären Matrix, EZM, zum Verlust von flüssiger Grundsubstanz. Infolgedessen nähern sich die kontraktilen Elemente des Muskels an, und beginnen zu verkleben.

  • Hinter der Myogelose (Gelose = Erstarrung) vermutet man u.a. das große Eiweißmolekül "Titin". Titin dient der Myofibrille als Rückholfeder der Sarkomer, wobei die Sarkomer die kleinste funktionelle Einheit der Muskulatur darstellt. Durch anfängliche Verklebungen büßt die Rückholfeder "Titin" ihre Funktion als Rückholfeder ein und die betroffenen Muskelfasern tendieren zum Erstarren (Myogelose). Auf gut deutsch gesagt: Die betroffenen Muskelfasern bleiben in der Muskelkontraktion hängen und eine Dauerkontraktion entsteht, mit weitreichenden Folgen (z.B. ein erhöhtes Milchsäure-Milieu in der Umgebung).
    Zu den Verursachern zählen:
    Immobilisation (Bewegungsdefizit), Alter, <pH-Wert im Gewebe, eingelagerte Schlackenstoffen und Umweltgifte, Durchblutungsstörung und Muskelatrophie.

Den wasserunlöslichen Crosslinks sind schwer beizukommen und bedürfen einer effizienteren Faszien-Anwendung. Einfache Crosslinks-Verklebungen (wasserlösliche) lassen sich mit einer originalen Faszien-Massagetechnik effektiv auflösen.

 

Faszien-Verfilzungen

  • Durch lange Inaktivität, verursacht durch Operation, Verletzungen, Krankheit, Alter oder Lebensstil bedingten Situationen, verfilzt das fasziale Gewebe. Das fasziale Gewebe verliert im Laufe der Zeit, nach und nach, immer weiter seine rautenartige bzw. wellenförmige Strukturen. Es büßt seine Gleitfähigkeit, Geschmeidigkeit und Dehnbarkeit ein und kann seine Aufgaben als stützendes und Kraftübertragendes Gewebe nicht mehr adäquat nachkommen. Hier ist eine effiziente Faszien-Massagetechnik die Lösung.

Myofibroblast Anspannungen

  • Eine lokale und unnatürliche Ansammlung von Myofibroblasten im faszialen Gewebe findet man unter anderem bei Frozen Shoulder oder in der Fascia thoracolumbalis - große Rückenfaszie - vor. Sie führen meist zu lokalen hohen Anspannungen im Gewebe die äußerst Schmerzhaft sein können und Bewegungseinschränkungen verursachen. Eine Faszienmassage kann die Lösung sein. Liegt die Faszienverspannung schon längerer Zeit vor, ist eine komplexere Faszien-Anwendung oder ein Besuch beim Arzt ratsam.